Wer macht eigentlich Fernsehen?

Wer macht eigentlich Fernsehen?

Für die meisten Menschen besteht Fernsehen aus den verschiedenen Fernsehsendern, die sie via Satellit oder Kabel empfangen können. Ob RTL, SAT 1 oder ZDF – das seien diejenigen, welche für Fernsehproduktionen verantwortlich sind. In der Tat sind sie es in letzter Konsequenz natürlich auch, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn in der Regel sind Fernsehstationen nur der Kunde bzw. Auftraggeber von so genannten Produktionsfirmen, welche die eigentlichen Hersteller einer Fernsehsendung sind. Das ist den meisten Konsumenten allerdings nicht bewusst. Die einzige Frage die für viele Zuschauer maximal von Interesse ist, ist vielleicht noch: habe ich eine Sendung verpasst? Es ist aber durchaus nicht uninteressant, mal hinter die Kulissen zu schauen. Wie kommt eine Sendung ins Fernsehen?

Von der Idee zum Sender


Der übliche Weg einer Sendung oder Show beginnt in den Köpfen von Formatentwicklern. Diese sind vor allem damit beschäftigt, sich den ganzen Tag Gedanken darüber zu machen, was im lokalen, heimischen Fernsehmarkt, zum Beispiel Deutschland, wohl als Sendung funktionieren würde. Entweder hat man selbst eine geniale Idee. Meistens schaut man jedoch ins Ausland und überlegt, was man für den eigenen Markt adaptieren kann. Hat man eine Idee, dann verkauft man diese entweder an eine Produktionsfirma oder man arbeitet bereits für eine dieser Firmen, so dass die Lizenz bereits gesichert ist. Große Vertreter in internationalen Markt sind etwa EndemolShine, Warner Bros. oder Sony Pictures. In der Folge wird nun versucht, auf entsprechenden Messen oder auch individuell diese Show- oder Formatidee an einen der Fernsehsender zu verkaufen. Die wiederum übelregen sich dann, ob das Format in die eigene Senderausrichtung passt oder nicht oder was konkret angepasst werden muss. Hat ein Sender Interesse bekundet, wird das Budget verhandelt, der Produktionszeitraum festgelegt und ggf. ein Moderator besprochen. Nun beginnt die Produktionsfirma damit, Mitarbeiter einzukaufen, ein Studio zu organisieren und weitere Dienstleister, wie Ton, Licht, Kamera etc. zu buchen. Jetzt kann die Arbeit losgehen. Je nach Format ist die Abstimmung mit dem ausstrahlenden Sender mal enger, mal lockerer. Und der Sender hat in der Tat auch das letzte Wort. Doch die eigentliche Arbeit verbleibt bei der Produktionsfirma. So ist es zum Beispiel eben nicht so, dass RTL die Sendung „Wer wird Millionär?“ produziert, sondern es ist die Firma EndemolShine. Diese Arbeitsteilung zwischen Sender und Produktionsfirma führt daher auch oft zu Spannungen – denn wenn etwas nicht gut läuft, Fehler passieren, fällt es eben nicht auf die eigentlichen Produzenten zurück, sondern auf den Sender.